Diese Ausstellung bringt zum ersten Mal die Sandsteinskulpturen von Maria Guilbert und die Bronzen von Jacques Tenenhaus in einer ebenso unerwarteten wie harmonischen Gegenüberstellung zusammen. Zwei plastische Schriften, die allem entgegengesetzt zu sein scheinen – die Wärme der geformten Erde gegen die Kälte des Metalls – die aber dieselbe Suche teilen: die nach bewohnten Formen, durchzogen von Erinnerung und Lebendigkeit. Maria Guilbert wurde am 11. Juni 1973 in Danzig, Polen, als Tochter eines Informatikers und einer Wirtschaftsprofessorin an der Universität Danzig geboren, durch die sie zum Zeichnen kam. Maria Guilbert lebte bis zu ihrem siebten Lebensjahr in Polen und wuchs in einer von Wald umgebenen Wohnsiedlung in Sopot auf, einer kleinen Küstenstadt in der Nähe von Danzig an der Ostsee. Die Familie zog 1980 nach Frankreich. Die Künstlerin, Malerin, Graveurin und Bildhauerin beschäftigt sich mit der Verbindung zwischen Mensch, Tier und natürlicher Umwelt. Sie lässt sich von Märchen und Legenden inspirieren, deren unerschöpfliche Suggestionskraft und die Art und Weise, wie sie sich der Darstellung entziehen, sie inspirieren. In diesem Universum spielt das Volksmärchen „Die Eselshaut“, das Charles Perrault 1694 aufgriff, eine zentrale Rolle. Maria Guilberts Kunst erinnert an ihre Kindheit, als sie in ihrer Freizeit auf langen Spaziergängen und Tagträumen durch den Wald streifte. Sie scheint von der Vision einer Vereinigung aller Lebenden geprägt zu sein, die gemeinsam für Frieden und Gelassenheit arbeiten. Ihre Maltechnik stammt von der Gravur; sie arbeitet im Transferverfahren nach Art der Monotypie auf einem flexiblen Kunststoffträger, der in mehreren aufeinanderfolgenden und übereinanderliegenden Arbeitsgängen auf die Leinwand aufgebracht wird. Eine Art Negativdruck mit überlappenden Mustern, die eine Vibration, einen flackernden Effekt erzeugen. Die Künstlerin stellt seit 1995 aus und begann auf der Suche nach neuen Horizonten 2018 mit der Arbeit mit Ton, dem sie sich seither fast ausschließlich widmet. Sie arbeitet mit Steingut und Schamotte-Steinzeug, das sie aufgrund ihrer Farbe und Textur auswählt, mit einer ausgeprägten Vorliebe für rotes Steinzeug aus Treigny en Puisaye, dessen Farbe nach dem Brennen an Buchenholz erinnert. Maria Guilbert, Absolventin der Marc-Bloch-Universität in Straßburg im Jahr 1996, stellt hauptsächlich in Frankreich aus und wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet in Robion, einem Dorf in der Region Luberon in der Provence, Frankreich. Maria Guilbert konnte den polnischen Wald ihrer Kindheit nie vergessen, in dem sie ihre Energie verbrauchte und in dem die Fabeln ihres Landes ihre Gedanken bewegten. In Frankreich angekommen, bildeten diese Bilder, kombiniert mit anderen Erzählungen, die ästhetische Kraft ihres Universums.
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