Bronzeskulpturen
Nicolas Alquin, 1958 in Brüssel in eine Künstlerfamilie geboren, studierte Restaurierung am Museum für Volkskunst und Traditionen und verbrachte anschließend viel Zeit in den Werkstätten der Bildhauer Reinhoud d'Haese und Etienne Martin. Sein künstlerisches Vokabular entwickelte er entlang dreier Hauptlinien: Holz (direkt geschnitzt), Bienenwachs (geschnitzt und in der Masse modelliert, manchmal in Bronze gegossen) und Sepia oder schwarze Tinte (für Pinselstriche). Er lehnt die Prinzipien der Postminimalistischen Bildhauerei ab und entwickelt eine Praxis, die die Kunstgeschichte intensiv neu interpretiert und dabei sowohl Randbezüge als auch die umfassendere Geschichte der Bildhauerei einbezieht. Im fortwährenden Dialog zwischen dem jüdisch-christlichen Erbe und dem Einfluss der Stammeskunst auf die zeitgenössische Kunst manifestiert Nicolas Alquin in seinen Werken eine Reflexion über das Verhältnis zwischen dem Sichtbaren und dem Unaussprechlichen, der Hand und dem Geist, ja sogar zwischen Meisterschaft und Zufall. So zögert er nicht, sich sogenannte „traditionelle“ Techniken (allen voran die direkte Holzschnitzerei und die Bronzegravur) anzueignen, um sie mit vielfältigen Einflüssen zu durchdringen und in eine neue Perspektive zu stellen.
Auszug aus einem Text von Marc Bembekoff
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