„Oscillations“ vereint drei Maler, die die Dynamik von Linie und Bewegung erforschen. Yann L’OUTSIDER, Alex KUZNETSOV und Nina DE ANGELIS hinterfragen auf ihre Weise die Spuren der Geste und das Verhältnis von Kontrolle und Zufall.
Mithilfe von Sprühfarbe, Lineal und Pinsel übersetzen sie die Spannungen von Rhythmen und Fließbewegungen, in denen die Linie zwischen Beherrschung und Loslassen oszilliert.
In seinen großformatigen abstrakten Kompositionen spielt Yann L’OUTSIDER mit der Sensibilität der Linie und der Schichtung von Texturen. Er schafft Kompositionen, in denen die Geste zwischen Brutalität und Zartheit oszilliert und dabei auf den durch die Sprühfarbe bedingten Zeitdruck reagiert, während er gleichzeitig das Unerwartete in der Mischung mit Acrylfarbe aufgreift. Sein Werk hebt die Spannung zwischen einer kalligrafischen Sprache und einer instinktiven gestischen Freiheit hervor. Schwarz und Weiß begegnen sich und harmonieren in einem ständigen Streben nach Balance zwischen positivem und negativem Raum. Die Oszillation liegt hier zwischen technischer Meisterschaft im Umgang mit dem Werkzeug und der Spontaneität der Geste.
In der Serie „Ressort“ nutzt Alex Kuznetsov Regeln, um ein Instrument aus Beschränkung und Flexibilität zu schaffen. Seine zugleich methodische und instinktive Geste erzeugt geschwungene Linien, in denen geometrische Strenge auf die Unberechenbarkeit des Materials trifft. Die Kompositionen in Schwarz, Weiß und Chrom offenbaren durch ihre übereinanderliegenden Schichten eine lebendige Dichte. Die Kontrolle über die Linie wird beständig durch Druck und Fließfähigkeit der Tinte auf die Probe gestellt. Jeder Pinselstrich entspringt einem fragilen Gleichgewicht zwischen Zurückhaltung und Loslassen und ergibt eine Serie, die zwischen Berechnung und Unvorhersehbarkeit oszilliert.
Nina De Angelis hingegen arbeitet mit dem Pinsel als Verlängerung ihres Körpers und strebt nach Fließfähigkeit und Bewegungsfreiheit. Der Pinselstrich ist nicht länger eine einfache Linie, sondern ein lebendiger Abdruck, eine Spur unsichtbarer Kalligrafie. Durch Abstraktion erzeugt sie ein Gefühl von Rhythmus und Tanz, in dem jede Form zu einem Fragment lebendiger Natur wird. Die für ihre Reinheit und Reaktionsfähigkeit gewählte Tusche verlängert den Pinselstrich und verleiht dem Gemälde eine unmittelbare Wirkung. Die Schwingung in ihrem Werk liegt im feinen Gleichgewicht zwischen der Stille der Form und der fortwährenden Bewegung, die sie einzufangen sucht – einem inneren Tanz, in dem Kontrolle über die Geste und Freiheit zusammenfließen. Ihr Ansatz lädt den Betrachter zu einem sinnlichen und immersiven Erlebnis ein, in dem Malerei zum Dialog zwischen Körper, Materie und Zeit wird.
Mit „Oscillations“ laden Yann L’OUTSIDER, Alex KUZNETSOV und Nina DE ANGELIS uns ein, die verschiedenen Facetten der malerischen Geste anhand dreier einzigartiger Prozesse zu erkunden. Zwischen Spannung und Fließfähigkeit, Struktur und Schichtung entführen uns ihre Werke in eine Welt, in der die Geste niemals statisch, sondern stets im Wandel ist.
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