„Resonanz ist tiefes, existenzielles Bewusstsein. Einen Schritt zurücktreten, um zu spüren, was in uns widerhallt, was uns mit der Welt verbindet.“ Hartmut Rosa
Zwischen diesen beiden Künstlern besteht eine dissonante Kohäsion, eine Übereinstimmung ihrer Welten, die es ihnen gleichzeitig ermöglicht, ihre persönlichen Stile zum Ausdruck zu bringen. Die Bewahrung der ephemeren Schrift, die das Werk von RENZO und Olivier SWIZ prägt, und der Wunsch, diese zu sublimieren, den urbanen Raum zu unterwandern, um Ästhetik und Reflexion zu schaffen, verbindet sie. Asemisch, benötigen ihre Schriften keine Sprache, damit wir uns mit dem Anderen verbinden, unseren Platz hier finden, in dieser Ausstellung, die die Werke von RENZO und Olivier SWIZ präsentiert.
VIBRATIONEN, diese Bewegungen mechanischer Schwingung, kreisen um ein stabiles Gleichgewicht. Aneignung, als Eckpfeiler ihrer künstlerischen Reflexionen, schafft diesen Raum, in dem die ständige Beschleunigung der Umgebung in einer Umlaufbahn zu schweben scheint. Dieses Gleichgewicht nimmt in den Vorschlägen von RENZO und Olivier SWIZ Gestalt an.
Komplementarität schafft Einheit in RENZOs Werk. Für seine kraftvolle grafische Wirkung, seine Ästhetik und seinen politischen Widerstand schöpft der Künstler Inspiration für seine geometrischen Kompositionen aus dem öffentlichen Raum. Ein Kontrast in der Interpretation, in dem die Strenge der Form eine einzigartige Typografie offenbart. Indem er seine Schrift verschlüsselt, regt RENZO uns dazu an, unsere Fähigkeit zur Rekonstruktion erhaltener Informationen zu hinterfragen. Seine prägnanten, unentzifferbaren Inschriften, die sich Oberflächen anpassen, trotzen dem statischen Blick.
Für Olivier SWIZ entsteht die Intervention von VIBRATIONS aus dieser Konfrontation zwischen Kontrolle und Chaos. Indem er sich selbst Beschränkungen und Konstruktionsregeln auferlegt, von der Konzeption bis zur Wahl der Träger, ähnelt seine Technik der Collage. Konfrontiert mit der Stille verlassener Orte, hinterlässt Olivier SWIZ seine Spuren. Sein persönliches Alphabet evoziert einen dekonstruierten Architekturplan, in dem Harmonie im Experimentieren gefunden wird. Immersiv, hinterfragt sein Werk die Grenzen unserer Räume, sowohl der inneren als auch der gemeinsamen.
Das Schwarz-Weiß mit seinen ins Grau tendierenden Farbnuancen erinnert an die Essenz von Graffiti, ein Thema, das beide Künstler verbindet. In dieser gesteigerten Beschränkung wird die Ästhetik des Raumes, seine resonante Anordnung, zur Notwendigkeit. Vielleicht liegt hier der Ursprung von VIBRATIONS, wo geometrische Abstraktionen auf boustrophedonartige Schriftzüge treffen.
Ainhoa VERNET
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