Bronzeskulpturen
Irene Ghanem (geb. 1970 in Beirut) ist eine libanesische Malerin des abstrakten Expressionismus. Ihre Werke spiegeln eine lebendige, emotionale Landschaft wider, die von ihrer Kindheit und Jugend während des libanesischen Bürgerkriegs geprägt ist. Aufgewachsen inmitten des Konflikts, entwickelte sie früh eine Faszination für Farbe, Gestik und Komposition – Elemente, die ihre dynamische und intuitive Arbeitsweise bis heute bestimmen.
Ghanem begann ihre formale Ausbildung 1988 an der Académie Libanaise des Beaux-Arts (ALBA) und studierte dort bei führenden libanesischen Modernisten wie Yvette Achkar, Halim Jurdak und Rima Amyouni. Ein Wendepunkt kam 1990, als sie am Vorabend ihres zwanzigsten Geburtstags einen schweren Raketenangriff überlebte. Nach monatelanger Rehabilitation nahm Ghanem ihr Studium mit neuem Elan wieder auf und vertiefte ihre Auseinandersetzung mit der Abstraktion als Ausdruck von Resilienz und Erneuerung.
1992 zog sie nach Frankreich und besuchte Workshops an der Académie de la Grande Chaumière und dem LAME, wo sie Anatomie studierte und ihre schnelle, ausdrucksstarke Zeichentechnik entwickelte. Später zog sie nach Los Angeles, wo die Begegnung mit dem amerikanischen abstrakten Expressionismus – insbesondere mit Willem de Kooning – prägend wurde. Nach ihrer Rückkehr in den Libanon 1997 erweiterte Ghanem ihre malerische Sprache und verband Gestik, Erinnerung und Bewegung mit einer ausgeprägt mediterranen Sensibilität.
Zu ihren frühen Ausstellungen zählen die UNESCO/ALBA (Beirut, 2002), Daraj el Fan (Beirut, 2003) und die Galerie Le Créateur Français (Frankreich). Nach einigen Jahren der Kindererziehung kehrte Ghanem mit einem reifen Werk zurück und eröffnete 2014 ihr Atelier. Eine ausverkaufte Ausstellung im Deutschen Kulturzentrum (2015) markierte ihre Rückkehr in die Öffentlichkeit, gefolgt von Präsentationen in der ALBA (2017), im Musée Paul Guiragossian (2019), auf der Beirut Art Fair (2019) und bei Artscoops (2020–2021) und anderen Ausstellungsorten. Ghanems künstlerische Praxis schöpft weiterhin aus Erinnerungsfragmenten, Reiseerinnerungen und persönlichen Erfahrungen – sie übersetzt ihre persönliche Geschichte in dynamische, vielschichtige Abstraktionen, die ihren Platz in der Tradition der modernen und zeitgenössischen libanesischen Malerei festigen.
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