Berlin, 5. September 2025
UnNude: Die Architektur des Körpers
Eine Fotoausstellung in der Akt Galerie
Vom 5. bis 28. September 2025 lädt die Akt Galerie herzlich zur Ausstellung „UnNude: Die Architektur des Körpers“ ein. Unter der fotografischen Leitung von Sony Europe Imaging Ambassador Burak Bulut Yıldırım wird der menschliche Körper nicht als erotisches Subjekt, sondern als architektonische Skulptur inszeniert.
Eröffnung
Freitag, 5. September 2025, 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer
5.–28. September 2025
Mittwoch–Sonntag, 14:00–19:00 Uhr
Eintritt frei
Ort
Die Akt Galerie
Krossener Str. 34
10245 Berlin
Über die Ausstellung
UnNude verwandelt den Körper in skulpturale Abstraktion – jenseits konventioneller Erotik. Die über 18 Jahre gedrehte und erstmals öffentlich gezeigte Serie isoliert Haut- und Gliedmaßenfragmente, bis sie als Linien, Volumen und Licht lesbar sind. Ein spezieller Bildschirm verlängert die Bilder zeitlich: Dieselben Posen, gefilmt im gleichen Licht, atmen in Zeitlupe, sodass die „Grafiken“ des Körpers ein- und auszuatmen scheinen. Gesichter fehlen, Geschlecht tritt in den Hintergrund; was bleibt, ist Architektur.
Über den Künstler
Burak Bulut Yıldırım ist ein in Berlin lebender Kunstfotograf und Sony Europe Imaging Ambassador (2018–2025). Seine Arbeiten wurden europaweit ausgestellt. Im Anschluss an die Berlin-Ausstellung wird eine Auswahl aus „UnNude“ auf der „The Other Art Fair“ in London (Saatchi Art) vom 9. bis 12. Oktober 2025 gezeigt.
UnNude
Nicht nackt, aber neu gesehen. „UnNude“ bietet eine Sichtweise auf den Körper, in der Fleisch zur Geometrie wird und Begehren der Form weicht. Das Projekt vereint Fotografien aus einem Zeitraum von achtzehn Jahren und präsentiert sie hier erstmals als umfassende Studie.
Anstatt die Person abzubilden, isoliert UnNude Fragmente – einen Ellenbogenkamm, die Rundung eines Oberkörpers, die Vertiefung am Hals –, bis sie als Linie, Fläche und Volumen lesbar sind. Burak Bulut Yıldırım arbeitet fast ausschließlich in Schwarz-Weiß und nutzt hartes Licht, tiefe Schatten und eine enge Rahmung, um die Haut wie eine Zeichnung wirken zu lassen: Kanten werden geschnitten, Oberflächen halten Licht, und die Figur beginnt, Architektur zu ähneln. Gesichter werden ausgeblendet; Geschlechtsmerkmale treten in den Hintergrund. Die Bilder fördern eine eher formale als erotische Lesart.
Die Arbeit steht im Dialog mit der Kunstgeschichte, die unsere Sicht auf den Körper geprägt hat. Es gibt Anklänge an Auguste Rodins Fragmentskulpturen und Barbara Hepworths geschnitzte Hohlräume; die Bühnengeometrien Oskar Schlemmers und die Kameraexperimente László Moholy-Nagys spiegeln sich in der Konzentration auf Kontur, Licht und Reduktion wider. Vom klassischen akademischen Akt bis zur modernistischen Abstraktion positioniert sich UnNude als zeitgenössische Fortsetzung – und fragt, was vom Körper übrig bleibt, wenn Narrative und Identität beiseite gelassen werden.
Ein spezieller Bildschirm verlängert die Standbilder zeitlich. Für jedes Foto wurde dieselbe Pose unter demselben Licht gefilmt und später verlangsamt, sodass der „grafische“ Atem des Körpers sichtbar wird. Dieser einfache Akt – das Beobachten einer Linie beim Ein- und Ausatmen – gibt einem Bild, das sonst gemeißelt und still wirkt, seine Physiologie zurück. Die Installation bewegt sich zwischen Skulptur und Kino: Drucke halten die Form; das bewegte Bild offenbart Leben.
UnNude ist keine Verleugnung der Sinnlichkeit, sondern ihre Neugestaltung. Die Fotografien laden zur Aufmerksamkeit ein, nicht zum Konsum. Sie fordern die Betrachter auf, zu lesen, zu messen und zu entschlüsseln – ähnlich wie man einen Plan, ein Relief oder eine Zeichnung lesen würde –, sodass Intimität durch das Betrachten und nicht durch das Enthüllen erfahren wird.
Diese Ausstellung markiert die erste umfassende Präsentation des Projekts. Im Anschluss an die Berlinale wird eine kuratierte Auswahl von UnNude auf der The Other Art Fair in London (Saatchi Art) gezeigt. Archivdrucke in limitierter Auflage sind erhältlich.
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Burak Bulut Yıldırım ist ein in Berlin ansässiger Kunstfotograf und Sony Europe Imaging Ambassador (2018–2025). Seine Arbeiten wurden in ganz Europa ausgestellt.
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