Marcos Rodrigo, in Altkastilien und später in der Landschaft des Lot geboren, wurde von seinem Vater erstmals an die Bildhauerei herangeführt. Während seiner einsamen Jahre im Internat übte er sich im Zeichnen. Von literarischen zu künstlerischen Entdeckungen fand er seinen Weg zum Frauenporträt. Nach mehreren Reisen durch Europa und seiner Begegnung mit den Gemälden der größten Meister schuf er seine ersten Ölgemälde. Im Laufe der Jahre bereicherten seine Zeichenpraxis und seine Erfahrung mit Pastell und Öl ein Universum, das allen künstlerischen Kulturen offen stand. Die Frau kehrt immer wieder zurück, um von seinen Leinwänden Besitz zu ergreifen. Mal lasziv, mal rebellisch, lässt sie ihre Sinnlichkeit in einer Haltung der Hingabe erstrahlen, die von Träumen oder Melancholie genährt wird. Auch wenn sie oft nackt ist, ist sie nie wirklich nackt. Ihr Gesicht in ihrem eigenen Körper vergraben oder durch ein Accessoire verhüllt, scheint sie sich vor den Blicken des Anderen zu verstecken, der so ihr geheimnisvolles Wesen nicht erfassen kann. Gefangen in ihrer Einsamkeit, ihren Tagträumen und ihren Gedanken, ist sie mit dem Unerreichbaren auf Du und Du und scheint diejenigen abzuweisen, die sie in die Welt, die sie selbst betrachtet, betrachten. In diesem subtilen Spiegelspiel, in dem jeder den anderen auszuspionieren scheint, trägt die Frau die Geheimnisse einer schwer zu entschlüsselnden Existenz in sich. Ab dem Jahr 2025 gab er die Ölmalerei auf, um sich ganz der Acrylmalerei zu widmen, was ihm ein neues Feld an Möglichkeiten eröffnete. Diese letzten Gemälde sind spontaner, energischer und kontrastreicher, behalten aber dennoch seinen ganz besonderen Stil und seine persönliche Note.
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