VERWANDELTE FORMEN – Materie, Metamorphose und die materielle Welt. Diese Gruppenausstellung präsentiert Werke der vertretenen Künstlerinnen und Künstler Rita Alaoui, Clemens Wolf, Carla Gimbatti und Fanny Finkelman. Ihre Arbeiten laden die Betrachterinnen und Betrachter ein, die Fluidität der Materie und den ständigen Wandel unserer Umwelt zu erkunden. Die Ausstellung ergründet die tiefgreifenden Metamorphosen zwischen der materiellen Welt und der menschlichen Wahrnehmung. Jede Künstlerin und jeder Künstler bringt eine einzigartige Perspektive und einen unverwechselbaren Ansatz in diese faszinierende Gruppenausstellung ein. Rita Alaoui: In der Serie „Objets trouvés“ (2014–2016) inszeniert Rita Alaoui eine visuelle Erforschung alltäglicher Naturreste. Mit weißer Acrylfarbe auf dichtem schwarzem Papier erzeugt sie einen meditativen Kontrast, der Knochen, Samen und Steine zugleich geisterhaft und greifbar erscheinen lässt. Jede einzelne Form wird zu einer Studie über Textur und Erinnerung, die zwischen mikroskopischer Spur und makrokosmischer Landschaft oszilliert. Alaouis minimalistischer Ansatz, der an archäologische oder botanische Studien erinnert, verleiht diesen unscheinbaren Exemplaren eine neue Würde. Indem sie Ablenkungen beseitigt, konzentriert sich ihre monochrome Farbpalette ganz auf die Silhouette und die „Poesie des Fragments“. Letztlich dient diese Serie als poetisches Archiv, das uns einlädt, Geschichten von Zeit und Wandel in der stillen Schönheit der Natur zu entdecken. Clemens Wolf: Sie bezeichnet sich selbst als Verfechterin der Sinnlichkeit: „Mich interessiert der Prozess, etwas Triviales in ein sinnliches Objekt zu verwandeln.“ Der gelenkte Zufall spielt eine wichtige Rolle in der Entstehung ihrer Werke. Clemens Wolf hat gelernt, die Dinge geschehen zu lassen. Ihre früheren Arbeiten waren streng und präzise komponiert. Die gerahmten Arbeiten „Linienzeichnungen“ sind ein Beispiel für diese neue Ära: In Epoxidharz getauchte Seile und Schnüre werden auf ein Blatt Papier geworfen und erstarren in der jeweiligen Komposition, in der sie landen. Farbspritzer bedecken das Bild; die Bewegung der Hand, die das Seil daraufgelegt hat, ist spürbar und sichtbar. Carla Gimbatti: Diese eindrucksvolle Wandskulptur besteht aus drei länglichen, vertikalen Paneelen, von denen jedes eine einzigartige, raue, verkohlte Oberfläche aufweist. Die Komposition zeigt ein Wechselspiel zwischen glatten und zackigen Segmenten und schafft so einen reichen Teppich aus Kontrasten. Die Künstlerin verwendet monochrome Töne und regt den Betrachter dazu an, sich auf die filigranen Oberflächen zu konzentrieren. Das Spiel von Licht und Schatten verstärkt die haptische Wirkung. Die hohe Qualität lädt den Betrachter ein, die Tiefe und Komplexität jedes einzelnen Bildfelds zu entdecken. Die Anordnung ist harmonisch und dynamisch zugleich, subtile lineare Elemente lenken den Blick. Dieses Werk ist ein meisterhaftes Beispiel für den Einsatz von Textur und Form und vermittelt ein Gefühl von Widerstandsfähigkeit und Transformation. Es verkörpert eine minimalistische Ästhetik und transportiert gleichzeitig eine tiefe emotionale Resonanz, indem es die rohe Essenz natürlicher Elemente einfängt, die von äußeren Kräften geformt wurden. Cuerpos Magnéticos entstand aus der Suche nach der Beziehung zwischen Natur und unserem Körper, zwischen Anziehung und Abstoßung. Wir sehen Steine, Knochen, Strukturen, Flexibilität, Räume, Bewegung und Stille. Cuerpos Magnéticos ist ein dynamisches Werk, in dem jedes Element Individualität und gleichzeitig die Beziehung zu den anderen widerspiegelt. Es passt sich, wie im Leben, der jeweiligen Situation oder Oberfläche an. Fanny Finkelman: Sie findet Inspiration in weggeworfenen Materialien, insbesondere Metall, das sie in dreidimensionale Skulpturen und lebendige Landschaften verwandelt und so die Schönheit und das Potenzial der Neuerfindung hervorhebt. Für viele sind rostige Materialien, Glasscherben oder Plastikfragmente kein Müll, der weggeworfen werden sollte. Sie dürfen nicht im Müll landen. Finklemans kreative Sensibilität macht diese Materialien für sie unersetzlich, wenn sie ihre Skulpturen erschafft.
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