Fabio Rieti
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Fabio Rieti

Italien • 1927

Biografie

Fabio Rieti (1925-2020) war ein italienischstämmiger Maler, Wandmaler, Mosaikkünstler und Vertreter der Narrativen Figuration, der später die amerikanische und anschließend die französische Staatsbürgerschaft annahm. Er wurde in Rom in eine Intellektuellenfamilie geboren. Sein Vater war der Komponist Vittorio Rieti. Aufgrund der faschistischen Rassengesetze verließ er mit seiner Familie Italien und ließ sich 1940 in New York nieder. Dort erhielt er seine künstlerische Ausbildung bei dem Maler Corrado Cagli, dessen Einfluss seinen Umgang mit Zeichnung, Farbe und Komposition nachhaltig prägte.

Nach mehreren Jahren zwischen den Vereinigten Staaten und Italien ließ sich Fabio Rieti 1957 endgültig in Paris nieder. Schon bald wurde er Teil der französischen Kunstszene und stand den Künstlern der Narrativen Figuration nahe, darunter Gilles Aillaud, Eduardo Arroyo, Antonio Recalcati, Gérard Fromanger und Francis Biras. Sein malerisches Werk zeichnet sich durch ein sensibles Interesse an der Stadt, an urbanen Landschaften, Architektur, Innenräumen und Alltagsszenen aus. Mit einer feinen Farbpalette und einer stillen Bildsprache entwickelte er eine Malerei, in der Erinnerung, Beobachtung und Poesie in einen ständigen Dialog treten.

Parallel zu seiner Tafelmalerei wurde Fabio Rieti zu einer der bedeutenden Persönlichkeiten der Kunst im öffentlichen Raum in Frankreich. Gemeinsam mit dem Architekten Émile Aillaud entwarf er umfangreiche Programme monumentaler Wandmalereien, Mosaike, Trompe l'œil Arbeiten und farbiger Eingriffe in die Architektur. Seine Projekte prägten zahlreiche bedeutende Wohnanlagen, darunter La Grande Borne in Grigny (1967 bis 1971), La Noé in Chanteloup les Vignes, Les Courtillières in Pantin und Bobigny, die Siedlung Pablo Picasso in Nanterre sowie zahlreiche bemalte Fassaden in Paris und anderen französischen Städten. Seine Auseinandersetzung mit der Farbe im öffentlichen Raum bildet einen wesentlichen Bestandteil seines künstlerischen Vermächtnisses.

Das Werk von Fabio Rieti etablierte sich nach und nach auf der internationalen Kunstszene durch eine Malerei, in der Figuration, Farbe, Architektur und urbane Landschaft eine zentrale Rolle spielen. Seine Gemälde, die sich durch eine aufmerksame Beobachtung gebauter Räume und alltäglicher Szenen auszeichnen, zeugen von einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit Licht, Perspektive und der Erinnerung an Orte. Dieser besondere Ansatz setzt sich auf natürliche Weise in seinen monumentalen Arbeiten fort, in denen Malerei, Mosaik und Trompe l'œil den öffentlichen Raum dauerhaft verwandeln.

1965 beteiligte sich Fabio Rieti gemeinsam mit Gilles Aillaud, Eduardo Arroyo, Antonio Recalcati, Gérard Fromanger und Francis Biras an dem Gemeinschaftswerk Vivre et laisser mourir ou la Fin tragique de Marcel Duchamp, das heute im Museo Reina Sofía in Madrid aufbewahrt wird. 1969 schuf er zusammen mit Gilles Aillaud, Eduardo Arroyo, Francis Biras und Lucio Fanti die Installation La Datcha, die zu einem emblematischen Werk der Narrativen Figuration wurde. Während seiner gesamten Laufbahn wurde sein Werk in zahlreichen Galerien und Institutionen in Europa und den Vereinigten Staaten gezeigt, insbesondere in New York, Rom, Paris, London, Düsseldorf, Moskau und Amiens. Mehrere posthume Ausstellungen, darunter die 2024 von der Galerie Sabine Bayasli organisierte Hommage, trugen dazu bei, die Bedeutung seines Werks neu zu würdigen. Seine Arbeiten befinden sich heute in den Sammlungen des Centre Pompidou, des Musée d'Art Moderne de Paris, des Centre National des Arts Plastiques (CNAP) sowie weiterer öffentlicher und privater Sammlungen und bestätigen Fabio Rietis bedeutenden Platz in der zeitgenössischen Malerei, der Narrativen Figuration und der monumentalen Kunst in Frankreich.

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Gemälde, Living Room, Fabio Rieti

Fabio Rieti

Gemälde . 108 x 68 x 0.4 cm Gemälde . 42.5 x 26.8 x 0.2 inch

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