Bronzeskulpturen
Elias Franziskus Grüner ist ein junger zeitgenössischer Künstler aus Wien, dessen Praxis sich über die bildenden Künste, Video und journalistische Formate erstreckt.
'Ich halte das Blasen der Luft, das Rinnseln des Wassers, das Wachsen des Getreides, das Aufschlagen des Meeres, das Grün der Erde, die Brillanz des Himmels und das Schimmern der Sterne für groß: den großartigen Durchzug eines Gewitters, den Blitz, der Häuser zerreißt, den Sturm, der die Wellen treibt, den feueratem Berg, das Erdbeben, das Länder begräbt – ich halte diese nicht für größer als die oben genannten Phänomene; tatsächlich halte ich sie für geringer, denn sie sind lediglich die Wirkungen viel höherer Gesetze' (Stifter, 1994).
Die Serie 'BUNTE STEINE' ist dem Autor und Maler Adalbert Stifter gewidmet. Das erste Triptych dieser Serie: 'BUNTE STEINE. LAYER. LAYER. LAYER. HIMMELSSÄULE I, II und III' (ausgestellt im SERVUS Restaurant, 1010 Wien), wurde ausschließlich aus den Steinen geschaffen, die ihren Namen den Geschichten in Adalbert Stifters *Bunte Steine* geben: Granit, Kalkstein, Turmalin, Quarz, Katzenzilber und Bergmilch. Die Weiterentwicklung dieser Serie beschränkt sich nicht nur auf diese Mineralien, sondern greift auf die Vielfalt der Natur zurück. Alle verwendeten Materialien werden durch endlose Striche in einer Messingmörser zu Pigmenten gepresst, und mit diesen Pigmenten werden die Gemälde anschließend geschaffen. Als Bindemittel verwende ich den ältesten Klebstoff der Menschheitsgeschichte.
Ich möchte nun zu den Themen zurückkehren, die im Vorwort des genannten Bandes angesprochen werden: das Große und das Kleine. Meiner Ansicht nach sind dies die treibende Kraft und der Ausgangspunkt der Kunst selbst. Das Ziel des Künstlers ist es, sich selbst zusammen mit seiner Umgebung durch seinen künstlerischen Ausdruck vom Kleinen zum Großen zu führen.
Denn: der Blitz, das Gewitter oder das Erdbeben fesseln allein den Blick des '[…] uninformierten und unaufmerksamen', während der Gedankengang des Forschers primär auf das Ganze und das Allgemeine gerichtet ist und die Erhabenheit nur darin erkennen kann, weil es allein die Welt trägt. Die Details verstreichen, und ihre Wirkungen sind nach kurzer Zeit kaum mehr erkennbar' (Stifter, 1994).
Alle Phänomene, die vergehen, das heißt, alles Wahrnehmbare, alles, was Form ist, repräsentiert das Kleine. Das Große – das Bewusstsein, das unter den Schichten dieser kommenden und gehenden Kleinigkeiten liegt – ist das, worauf wir streben, das, was uns letztendlich befriedigt, das, was wir wirklich sind. Diese Wahrheit in ihrer Gesamtheit zu sehen und zu leben ist für mich das höchste Gut. Nichts kommt der Erfüllung, die sie bringt, nahe; nichts kann diese Erfüllung wegnemen.
- Elias Franziskus Grüner, 2023
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