Bronzeskulpturen
Mathieu Leenaert wurde 1983 geboren und lebt und arbeitet in Knokke-Heist, Belgien.
Aus der flämischen Provinz stammend, verspürte er schon immer den Drang, die abgelegenen Wege zu erkunden. Nach einem Wirtschaftsstudium in Brügge wandte er sich der Kunstphilosophie und Ästhetik an der Universität Helsinki zu, bevor er 2004 an der Universität Gent einen Master-Abschluss in Philosophie erwarb.
Parallel zu seinem Studium begab er sich auf eine persönliche künstlerische Entdeckungsreise und experimentierte mit verschiedenen Medien – von Sprühfarbe über Tinte bis hin zu Nadeln –, um gesellschaftliche und künstlerische Grenzen auszuloten. Dieser Ansatz führte ihn dazu, mehrere Jahre lang als Tätowierer zu arbeiten, zunächst auf Reisen, später in einem privaten Studio an der belgischen Küste.
Fast zwei Jahrzehnte lang entwickelte Mathieu einen Stil, der auf monochromen, realistischen und geometrischen Bildern basierte. Angesichts der zunehmenden Vereinnahmung einer einst subversiven Subkultur durch die dominante Kultur verspürte er jedoch das Bedürfnis nach einer Auszeit. Diese Spannung führte ihn zu einem wahren künstlerischen Neustart. Ohne formale Ausbildung in bildender Kunst kehrte er instinktiv und befreit zum Sprayen zurück – als Reaktion auf die Oberflächlichkeit und Pseudo-Individualisierung einer von digitaler Technologie durchdrungenen zeitgenössischen Kultur.
Seine großformatigen, meditativen Leinwände, die mit subtilen Farbabstufungen gestaltet sind, wirken wie Räume der Stille und des Innehaltens. Durch das, was er „radikale Abstraktion“ nennt – die Ablehnung jeglicher erkennbarer Form, jeglichen narrativen Sujets und das Fehlen erklärender Titel – lädt Mathieu zu einer unmittelbaren Begegnung mit Farbe und Licht ein. Diese Verweigerung einer direkten Interpretation zielt darauf ab, eine authentische, beinahe kontemplative Erfahrung hervorzurufen, einen Kontrapunkt zur in unseren Gesellschaften allgegenwärtigen Schnelllebigkeit und Quantifizierung.
Seine künstlerische Praxis lässt sich somit in den Bereich des Versuchs einordnen, seine philosophischen Überzeugungen in plastische Form zu bringen: eine ständige Suche nach einer ausgewogenen Spannung zwischen dem Apollinischen und dem Dionysischen in einem autonomen und stillen Kunstwerk.
Seit August 2025 wird Mathieu Leenaert von der Galerie Outsiders vertreten.
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