BLA-BLA, eine Einzelausstellung von Julien Barriol, einem Künstler, dessen Werk die zunehmende Verbreitung von Zeichen und die Sprachüberflutung unserer modernen Gesellschaften untersucht.
Mit der Vervielfachung von Informationen, Normen und Diskursen wird unser Alltag von Texten durchdrungen: Verwaltungsdokumente, Medienbotschaften, Slogans, Werbung, Benachrichtigungen. Viele dieser Inhalte sind weder direkt für uns bestimmt noch wirklich nützlich, drängen sich uns aber dennoch auf, bis sie zu einem ständigen Hintergrundrauschen werden.
Diese Anhäufung erzeugt eine Art kollektive Müdigkeit. Die Zeit, die wir mit Verstehen, Überprüfen, Begründen oder Ausfüllen von Formularen verbringen, hat mitunter Vorrang vor der eigentlichen Handlung. Sprache, die die Realität ordnen und verdeutlichen soll, wird zu einer Quelle der Verwirrung, der Langsamkeit und sogar des Absurden.
Mit BLA-BLA untersucht Julien Barriol diesen Zustand der Überflutung und den damit einhergehenden fortschreitenden Vertrauensverlust. Die Ära des „Sehens heißt Glauben“ scheint vorbei: Alles muss überprüft, gegengeprüft und interpretiert werden, ohne dass uns immer die Zeit oder die notwendigen Mittel für eine gründliche Auseinandersetzung zur Verfügung stehen.
Indem die Künstlerin Schreibmaterialien aus Verwaltung und Kommunikation wiederverwendet und durch bewusst fehlerhafte Texte ersetzt, verdeutlicht sie die Fragilität unserer Sprachsysteme. Zeichen mehren sich, doch die Bedeutung entzieht sich uns. Diskurse überschneiden sich, widersprechen sich mitunter und offenbaren Bereiche des Schweigens, des Zweifels oder der Doppelmoral.
Die Ausstellung lädt uns ein, zu beobachten, dass unsere Gesellschaft zwar nie zuvor so viel kommuniziert hat, aber immer mehr darum ringt, sich selbst zu verstehen. Sie hinterfragt den Kipppunkt zwischen Wissen, Informationsüberflutung und Resignation und lässt dem Betrachter Raum, seine eigenen Erfahrungen hineinzuinterpretieren.
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