Bronzeskulpturen
Sensibel für ein unsicheres soziales Umfeld, versucht Chantal Rougier, die empfundenen Emotionen zu hinterfragen und sich darüber auszutauschen.
Weil der Dialog oft in Beschimpfungen umschlägt, bevorzugt sie ein Gemälde, das zum Nachdenken und zum Austausch anregt.
Aufgewachsen mit einem Vater, der Maler und Musiker war, suchte sie ihr ganzes Berufsleben lang nach Wahrheit und Inspiration, um ihr Zeugnis zu vertiefen. Seit 15 Jahren konzentriert sie sich auf die Malerei, in der sie ihre Gefühle und Reaktionen sowie ihr Bedürfnis nach Austausch zum Ausdruck bringt.
Vor dem Malen reift das Bild langsam. Sie sucht Inspiration, um Verhaltenskriterien zu entdecken, die einem ethischen Ideal entsprechen, und um auf der Leinwand die Verbindung zwischen Emotionen und Spiritualität herzustellen. Sie strebt nach einer strengen Komposition, angelehnt an die der großen Meister seit der Renaissance. Meist wählt sie Töne aus den drei Primärfarben. Nach zwei bis drei Monaten werden ihre Pinselstriche schneller. Mit Pinsel und Spachtel prallen Formen in farbenprächtigen Fugen aufeinander. Dann greift sie auf Georges Braques Zitat zurück: „Ich mag die Linie, die die Emotion korrigiert; ich mag die Emotion, die die Linie korrigiert.“ Sie eignet sich den Raum des Gemäldes, seine Tiefe an und versucht, eine flüchtige räumliche Mehrdeutigkeit einzufangen.
Welch eine Freude, wenn ein Betrachter vor einem Gemälde innehält! Nicht nur, um zu sagen: „Es gefällt mir“ oder „Es gefällt mir nicht“, sondern wenn er sich nähert, zurücktritt, weggeht und wiederkommt.
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