Bronzeskulpturen
Die Macht der Presse und die Produktion kommerzieller Kunst. Cyrus' Werk reflektiert und manipuliert die massenproduzierten Groschenromane und Comics, die die Themen des Westens beeinflussten. Das Genre der Westernkunst ist eine sorgfältige Balance zwischen Mythologie und Bewahrung.
Irgendwann in der Geschichte der Westernkunst verschwand der Künstler, der die Szenen und das Geschehen um ihn herum festhielt, und wurde durch fiktive Geschichten des Westens ersetzt. Mit Hilfe der begeisterten Sammler und Kunstkenner im Osten der USA begann das Westerngenre Gestalt anzunehmen. Es ist eine interessante Kunstform, da sie ebenso viel Fiktion wie Realität enthält. Das Westerngenre begann, die Ideen zu verkörpern, die wir heute kennen. Männer sind rau, robust und ritterlich. Bösartige Gesetzlose treffen sich mit stolzen Pionieren an einem wilden Pokertisch, und Streitigkeiten werden in einer Schießerei beigelegt. Und das alles umgeben von majestätischen Berggipfeln und wogenden Steppenläufern. Die frühen Westernmaler ebneten den Weg für das Phänomen des „Imaginierten Westens“. Ihre Kunstwerke erschienen in nationalen Zeitschriften und anderen populären Publikationen. Die eifrigen Massen verschlang die Bilder und trugen zur Entstehung der „Idee des Westens“ bei. Diese Vorstellungen vom mystischen Wilden Westen verfestigten sich mit der Massenproduktion von Groschenromanen ab 1859 durch Beadle's Novel Publishing House. Dies spricht Bände über die tiefe Verankerung des Wilden Westens in der Gesellschaft. Es gab genügend Dokumentationen und kollektive Meinungen, um Lügenmärchen oder wahre Geschichten (es ist schwer zu sagen, welche die andere übertrumpfen) über die Geschehnisse im Land jenseits des Mississippi zu erfinden. Ob nun wahr oder erfunden – die Massenprägung und die gemeinsamen Erinnerungen an den Westen weckten Cyrus' Neugier.
Cyrus studierte Grafikdesign und war fasziniert von der Macht massenproduzierter Druckprodukte auf die Identität des Westens. Während seines Kunststudiums arbeitete Cyrus in einem Antiquitätenladen, wo er mit alten Dokumenten und Publikationen in Berührung kam und sich mit den weit verbreiteten Werken auseinandersetzte. Cyrus' Arbeiten sind nicht im klassischen Westernstil gehalten. Stattdessen nutzt er klassische Ideen und einen kommerziellen Stil, um den „imaginierten Westen“ einzufangen und zu manipulieren.
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