Zwischen gespannten Fäden, leuchtenden Oberflächen und geometrischen Prismen vereint INTERSECTIONS drei Künstler, deren Arbeitsweisen zwar unterschiedlich sind, aber ein gemeinsames Anliegen verfolgen: unsere Wahrnehmung von Raum, Geste und Materie zu hinterfragen. Wo Linien sich kreuzen, entstehen neue Wahrnehmungen – präzise und feinfühlig zugleich, abstrakt und verkörpert.
Für Sébastien PRESCHOUX wird die Linie zum Werkzeug der Präzision, zu einer manuellen Illusion, die der Maschine trotzt. Seine mit fast obsessiver Strenge von Hand gezeichneten Kompositionen kokettieren mit dem Digitalen und betonen gleichzeitig die Präsenz des Körpers. Der Blick verliert sich in ihnen, wird dann näher herangeführt und entdeckt die winzigen Unregelmäßigkeiten, die der Künstler als „Belohnung des Neugierigen“ bezeichnet. Gleichzeitig formen seine Installationen aus gespannten Fäden die Luft, spielen mit Licht und Spannung und laden zu einem immersiven Erlebnis ein.
Tomislav TOPIĆ seinerseits erforscht die Wechselwirkungen zwischen Farbe und Form in oft monumentalen Installationen. Gebildet in akademischer und urbaner Kunst, reduziert er die visuelle Sprache auf ihr Wesen: reine, abstrakte, radikale und universelle Oberflächen. Seine Forschung entspringt dem Wunsch, sensible, für alle zugängliche Räume zu schaffen, in denen Kunst als unmittelbare Erfahrung, als gemeinsame Farbschwingung wirkt. Schönheit und Strenge koexistieren dort im Bestreben, das Unsichtbare sichtbar zu machen.
Für Valérie Newland wird Faden zum Rohmaterial. Er ist nicht länger Werkzeug, sondern Subjekt. Durch die Wiederholung von Gesten befreit sie dieses alltägliche Material von seiner utilitaristischen Funktion und enthüllt sein poetisches Potenzial. Ihr Ansatz, verwurzelt in Handwerkskunst und Minimalismus, gleicht einer Form aktiver Meditation. Die Leinwände, befreit von jeglicher figurativer Erzählung, werden zu Oberflächen der Spannung und Stille, auf denen die Struktur des Bildträgers selbst zum Kunstwerk wird.
Drei Künstler, drei unterschiedliche Stile, ein gemeinsames Bekenntnis zu einer verkörperten Abstraktion. Durch Malerei, Faden, Licht und Farbe laden sie uns ein, innezuhalten, zu beobachten, zu fühlen. Sich in den Details zu verlieren, die Werke zu erkunden, Materie neu zu erleben.
INTERSECTIONS wird so zum Ort dieser Begegnung: wo Gesten aufeinandertreffen, Materialien miteinander interagieren, wo sich Wahrnehmungen verschieben.
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