Die Ausstellung „Vom Wort zum Fleisch“ präsentiert eine Auswahl von Werken aus Marie-Amélie Chéreaus Serie „Die Inkarnierten“.
Mit „Die Inkarnierten“ entwickelt Marie-Amélie Chéreau ein Werk, das sich mit der Frage der Inkarnation auseinandersetzt. Die Serie erforscht den Übergang vom Wort zur Materie, von der Inschrift zur Präsenz, anhand einer strukturierten Anordnung, vorwiegend aus Diptychen und Triptychen. Jede Gruppe inszeniert eine Transformation. Das erste Bildfeld offenbart das Zeichen: Schriftspuren, grafische Zeichen und vibrierende Sprachen erscheinen auf der Leinwand. Im weiteren Verlauf sammelt sich die Farbe an. Sie verdichtet sich. Das Material bedeckt allmählich das Wort, nicht um es auszulöschen, sondern um es zu verkörpern. Die Bildfläche wird so zu einem Ort, an dem das Unsichtbare nicht länger dem Sichtbaren gegenübersteht, sondern sich durch es erfüllt.
„Vom Wort zum Fleisch“ geht diesem Geheimnis nach. Wie nimmt das Unsichtbare eine physische Form an? Wie verlässt das Wort den Bereich der Abstraktion und wird zu einer gelebten Erfahrung? Diese Werke veranschaulichen keine Idee. Sie bieten dem Betrachter die Erfahrung eines Prozesses. Sie konfrontieren ihn mit einer Transformation statt mit einer Erzählung. Durch diesen langsamen Übergang vom Zeichen zur Substanz lädt Chéreau uns ein, eine Präsenz zu erfahren. Eine Präsenz, die sich nicht entschlüsseln lässt, sondern spürbar ist.
Mehr lesen