Pierre Hennebelle, geboren am 1. August 1926 in Croix und gestorben am 17. August 2013 in Wasquehal in Nordfrankreich, zeichnete sich durch eine doppelte künstlerische Sensibilität aus:
Der Maler: Als Schlüsselfigur der nordfranzösischen Kunstszene widmete er sein Leben einer anspruchsvollen künstlerischen Auseinandersetzung und arbeitete an der Grenze zwischen Figuration und Abstraktion.
Der Musiker: Neben der Malerei war Hennebelle ein renommierter Jazzpianist. Diese Leidenschaft für Jazz – eine Musik mit Struktur, aber auch Improvisation – beeinflusste sein Werk auf der Leinwand tiefgreifend und prägte den Rhythmus seiner Kompositionen und die Spontaneität seiner Pinselstriche.
Hennebelle arbeitete nicht isoliert. Er war Teil bedeutender Künstlergruppen, die die moderne Kunst in Nordfrankreich neu belebten:
Die Roubaix-Gruppe: Er war eine der Schlüsselfiguren dieser Künstlervereinigung, neben so renommierten Namen wie Eugène Leroy, Eugène Dodeigne und Arthur Van Hecke. Diese Gruppe zeichnete sich durch absolute Meinungsfreiheit aus, fernab vom Pariser Akademismus.
Das Atelier de la Monnaie: Dieses in Lille ansässige Kollektiv (aktiv von 1957 bis 1972), dem er als aktives Mitglied angehörte, hatte sich zum Ziel gesetzt, die Region für Avantgarde und zeitgenössische Kunst zu öffnen.
Pierre Hennebelles Stil ist oft durch einen reichen, strukturierten Farbauftrag charakterisiert.
Eine anspielungsreiche Figuration: Seine Landschaften, Seestücke und Horizonte (wie seine Ansichten der Côte d’Azur oder von Hendaye) tendieren zu einer gewissen Vereinfachung. Das Figurative tritt oft in den Hintergrund und macht Platz für farbenfrohe und atmosphärische Emotionen.
Spachteltechnik und Impasto: Er trug die Farbe gerne direkt auf den Malgrund auf. Seine Werke spielen mit dem Licht durch ausgeprägte Reliefs, übereinanderliegende Farbschichten und einen Wechsel von gedeckten Tönen (Graublau, Ocker), die durch Lichtreflexe oder leuchtendere Farben (Weiß, Rosa, Tiefblau) hervorgehoben werden.
Pierre Hennebelle, von seinen Kollegen und Institutionen gleichermaßen anerkannt, stellte regelmäßig in nationalen Salons aus (wie beispielsweise in den 1960er Jahren in Paris). Heute befinden sich seine Werke in mehreren Kunstmuseen Nordfrankreichs, darunter:
La Piscine (Museum für Kunst und Industrie André Diligent) in Roubaix.
Das MUba Eugène Leroy in Tourcoing.
Das Museum Touquet-Paris-Plage.
Er ist ein Künstler, dessen Werk bei Sammlern, die moderne, ausdrucksstarke und lebendige Malerei mit zeitloser Poesie schätzen, nach wie vor großen Anklang findet.