Mitte der 2000er Jahre schuf Ana Seggiaro ihre ersten kleinformatigen Collagen auf Papier. Ausgehend von Buchseiten, Karten und Partituren schuf sie die ersten Serien, die sie mit Stickereien und Malereien ergänzte. In diesen Arbeiten entdeckte sie das Universum der Kartografie und nutzte Karten als Träger für die Konstruktion imaginärer Geografien. Diese Suche führte sie zu größeren Werken. So griff sie auf alte, abgenutzte Schulkarten zurück, deren schwarzer Gummi eine brüchige Textur annahm und eine Topografie wie sonnengetrocknete Haut erzeugte. Sie gestaltete diese Karten mit abstrakten Figuren und Bildern von Papierfliegern, die über unbekannte Landschaften fliegen.
Seggiaro interpretiert europäische Kunsttraditionen neu und verleiht ihnen ihre eigene Stickerei-Note. Dabei lässt sie sich von klassischen Drucken von Meistern wie Albrecht Dürer, Giovanni Battista Piranesi und Bernhard Albinus inspirieren. Ihr kreativer Prozess ist akribisch und vielschichtig: Sie beginnt mit der Recherche historischer Bilder, die sie dann digital zu komplexen Collagen zusammenfügt, die die Grundlage jedes einzelnen Stücks bilden. Die endgültigen Kompositionen werden auf künstlerische Leinwände gedruckt und dort mit filigranen Handstickereien und in jüngster Zeit auch mit lebendigen Gemälden bereichert. Dieses Zusammenspiel traditioneller und zeitgenössischer Techniken spiegelt ihre dynamische künstlerische Entwicklung wider: von einer bildlichen Grundlage hin zu einer stärkeren Verwendung diverser Materialien und Medien, wodurch sie visuell ansprechende und zutiefst beschwörende Werke schafft, in denen sie sich auf Themen wie die Neudefinition des Autors, den Körper als Kartografie, Intimität und imaginäre Landschaften konzentriert.
Stickerei auf Leinwand. Gesamtgröße des Bildes: 130 cm H x 194 cm B. Einzelgröße: 130 cm H x 97 cm B
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Dieses dynamische Kunstwerk besteht aus zwei Tafeln, die jeweils eine eigene, aber dennoch miteinander verbundene visuelle Erzählung darstellen. Die linke Tafel zeigt ein chaotisches Gewirr aus lebendigen, ineinander verschlungenen Linien in Rot, Grün und Gelb vor dunklem Hintergrund, das an hektische Energie oder Pfade erinnert. Diese Linien erzeugen ein Gefühl von Bewegung und Komplexität und weisen auf unsichtbare Kräfte oder Netzwerke hin. Die rechte Tafel kontrastiert dies mit einer strukturierteren, aber ebenso lebendigen Komposition aus bunten Kreisen, die über eine Karte von Afrika verteilt sind. Die Kreise in unterschiedlichen Größen und Farben bilden ein reiches Gewebe, das die Vielfalt und Verbundenheit innerhalb des Kontinents hervorhebt. Der markante rote Kreis sticht hervor, zieht die Aufmerksamkeit auf sich und symbolisiert möglicherweise einen Brennpunkt oder ein Epizentrum. Zusammen vermitteln diese Tafeln Themen wie Verbundenheit, Chaos und Einheit, betont durch den schlichten, kartenartigen Hintergrund, der die abstrakten Elemente in einem geografischen Kontext verankert. Das Kunstwerk lädt den Betrachter ein, das Zusammenspiel von Unordnung und Ordnung zu erkunden.