Arman Accumulations

Die Editionen und Skulpturen rund um Arman's Accumulations nehmen einen bedeutenden Platz in der Geschichte der zeitgenössischen Kunst ein und verkörpern einen der radikalsten und einflussreichsten künstlerischen Ansätze des französischen Nouveau Réalisme.

Ab Ende der 1950er-Jahre entwickelt, besteht diese emblematische Werkserie darin, große Mengen identischer Objekte wie Telefone, Musikinstrumente, Werkzeuge, Spielzeuge oder Alltagsgegenstände zu sammeln und auszustellen. Diese werden in Plexiglasboxen eingeschlossen oder in Polyester eingegossen, wodurch die zwanghafte Ansammlung zu einem eigenständigen formalen und konzeptuellen Prinzip wird.

Dieser wegweisende Ansatz steht im Kontext der umfassenderen Überlegungen des Nouveau Réalisme, einer von dem Kritiker Pierre Restany theoretisierten Bewegung, deren Gründungsmitglied Arman neben Yves Klein und Jean Tinguely war. Die Bewegung setzte sich dafür ein, die industrielle und konsumorientierte Realität direkt als künstlerisches Material zu nutzen, ohne sie zu verändern oder zu idealisieren.

Indem Arman serienmäßig produzierte Objekte auswählt und sie unendlich vervielfacht, hinterfragt er die Begriffe von Wert, Einzigartigkeit und Serialität, die im Zentrum der Konsumgesellschaft stehen. Damit nimmt er Fragestellungen der amerikanischen Pop Art vorweg, unterscheidet sich jedoch durch seinen stärker materiellen und dreidimensionalen Ansatz. Die obsessive Wiederholung des Objekts zerstört dessen Wirkung nicht, sondern erzeugt paradoxerweise eine beeindruckende visuelle Präsenz und verwandelt das Alltägliche in ein Monument.

Auf Artsper vereint diese Auswahl Werke aus dem Umfeld der Accumulations und zeigt die anhaltende Bedeutung eines künstlerischen Gestus, der unseren Blick auf Alltagsobjekte und die Mechanismen der Konsumgesellschaft nachhaltig verändert hat.

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