Entdecken Sie die Acrylgemälde auf Leinwand des zeitgenössischen iranischen Künstlers Mohammad Ariyaei in der Claire Corcia Gallery in einer leuchtenden Pop-Art-Ausstellung voller kräftiger Farben. Die Ausstellung rückt die weibliche Welt und die Mythen Persiens auf originelle und erfrischende Weise in den Vordergrund.
Die Tausendundeine Nacht von Mohammad Ariyaei
„Orientalische Sanftmut und Weisheit folgen auf die frenetische Energie, die wir aus Mohammad Ariyaeis vorheriger Ausstellung kannten. Die Fantasie des iranischen Malers gleitet sanft von wildester Raserei zur meditativen Ruhe grandioser, fabelhafter Erzählungen. Der Künstler hatte es genossen, den vulkanischen Strom seiner wilden Gestalten direkt auf das zarte Gitterwerk zu entfesseln, mit dem er seine Hintergründe gewöhnlich mit der Geduld eines Buchmalers bedeckt. Sanftmut und Ausbruch existierten bereits nebeneinander. Nun siegt die Sanftmut. Die geschulte Fantasie des Malers, die zwar spontan sprudelt und ebenso sehr von Instinkt wie von Gelehrsamkeit getrieben ist, knüpft mühelos an die reiche orientalische Tradition der Tausendundeine Nacht an, die wie ein Fluss mit langem unterirdischem Lauf im Licht seiner Malerei wieder an die Oberfläche tritt. Eine frühlingshafte Erneuerung immerwährend lebendiger Traditionen. Eine systematische Raumfüllung.“ Eine Art orientalische Version der Riches Heures du Duc de Berry, durchdrungen von legendären Erinnerungen – persischen, natürlich, aber auch assyrischen und sogar indischen und chinesischen –, erlebt die dekorative Opulenz persischer Teppiche hier eine Renaissance. Wie Teppiche in persischen Erzählungen fliegen, so erhebt sich die Fantasie jedes Eintauchenden in diese Welt der Fantasie in zeitloser Träumerei von einem Goldenen Zeitalter, in dem die farbenprächtigsten mythologischen Faunen umherstreifen. Geflügelte Pferde, Zentauren, grimmige Dämonen, gehörnte Ungeheuer, gespaltenfüßige Dschinns – alles lädt den Betrachter ein, tausend Geschichten zu erfinden. Frauen posieren lasziv in luxuriösen Hammams. Warum sind sie schwarz? Es heißt, es sei die traditionelle Farbe, die der Legende nach Dschinns zugeschrieben wird, Naturgeister, die aus rauchlosem Feuer geboren wurden. Wie schwer fassbare übernatürliche Wesen sind sie eher unterschwellige Fantasien als fleischliche Realität. Grenzenloser Reichtum, Der Eindruck, mit den Augen ein Universum unerschöpflicher Schätze aufzunehmen; was einst in illuminierten Handschriften verborgen war, dehnt sich aus, ergießt sich und erreicht die Würde eines Wandgemäldes.
Xavier Bureau
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