Mit Paper Boy widmet H.D Galerie eine persönliche Ausstellung an JonOne und wählt, einen bestimmten Aspekt seiner Arbeit in den Fokus zu rücken: das Papier.
Die Ausstellung vereint ausschließlich einzigartige Werke, gedacht als Fragmente einer in Bewegung befindlichen Schrift. Auf dem Papier erscheint die Geste von JonOne in dem, was sie unmittelbarste ist: schnell, instinktiv, physisch. Die Farbe überlagert sich, die Linien kreuzen sich, die Zeichen sammeln sich an, bis die Grenze zwischen Schrift und Abstraktion verschwindet.
Vor der Leinwand, vor den Institutionen und internationalen Ausstellungen, gibt es bei JonOne diese Notwendigkeit, eine Spur zu hinterlassen.
Geboren in New York und aus der Graffiti-Kultur, baut der Künstler seit den 1980er Jahren eine sofort erkennbare Sprache auf. Sein Name, wiederholt bis zur Sättigung, wird schrittweise von seiner ursprünglichen Funktion befreit und wird zu Materie. Die Buchstaben sind nicht mehr nur dazu bestimmt, gelesen zu werden: sie werden Rhythmus, Bewegung und Farbe.
In Paper Boy trifft diese Energie auf ein intimeres Medium.
Das Papier erzwingt eine andere Beziehung zur Geste. Es bewahrt den Zufall, die Geschwindigkeit, die Wiederholungen und die Zögerlichkeiten. Es absorbiert die Farbe und behält die Erinnerung an jede Intervention. Wo Monumentalität manchmal Distanz erzeugen kann, bringt das Papier näher. Es ermöglicht, in die Konstruktion selbst des Werkes einzutreten und etwas fast Ursprüngliches in der Praxis von JonOne wiederzufinden.
Der Titel Paper Boy spielt präzise mit dieser Idee der Rückkehr zu den Grundlagen. Nicht eine Rückkehr in die Vergangenheit, sondern eine Art, eine Praxis zu betrachten: eine, die über vier Jahrzehnte entwickelt wurde: die Spontaneität der Linie, die Dringlichkeit des Schaffens und diese Freiheit, die im Zentrum seiner Arbeit verbleibt.
Durch diese Auswahl einzigartiger Werke möchte H.D Galerie einen JonOne zeigen, der zugleich sofort erkennbar und intimer ist. Hinter der chromatischen Explosion erscheint die obsessive Wiederholung der Geste; hinter der Energie eine Schrift; hinter dem Namen, der zum Symbol geworden ist, die Hand des Künstlers.
Paper Boy ist eine Ausstellung über Papier, aber vor allem über die Spur: die, die man wiederholt, die man transformiert und die man hinterlässt.
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