Olivier Lannaud
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Olivier Lannaud

Frankreich • 1967

Biografie

Olivier Lannaud ist ein französischer zeitgenössischer Künstler, geboren 1967 in Quimper, dessen Ansatz an der Schnittstelle von Malerei, Fotografie, Skulptur und digitaler Kunst liegt. Nach dem Abschluss an der École nationale supérieure des Arts Décoratifs von Paris (ENSAD) im Jahr 1992 mit Anerkennung des Jury, nach einer Spezialisierung in Film, Animation und Video, entwickelt er sehr früh eine transdisziplinäre Praxis, in der neue Technologien mit traditionellen künstlerischen Techniken dialogisieren.

Schon 1991 nahm er an dem ersten weltweiten Austausch von Infografiken per Satellit mit Japan teil, der in der Cité des sciences et de l'industrie in Paris präsentiert wurde, bevor er mehrere Jahre als Infografist für französische und internationale Fernsehsender arbeitete.

Seit den frühen 2000er Jahren konstruiert Olivier Lannaud ein originäres Werk, das die Verbindungen zwischen Erinnerung, Technologie und Konsumgesellschaft hinterfragt. Seine Arbeit kombiniert digitalisierte Fotografie, Malerei, Assemblage und Wandskulptur und gebiert hybride Porträts, die mit Objekten des Alltags, Kabeln oder Computerkomponenten überzogen sind. Mit seiner emblematischen Serie MEMOSAÏQUE reinterpretiert er große Figuren der Mythologie, der Kunstgeschichte und der zeitgenössischen Kultur unter Verwendung von Stücken von recycelten Computertastaturen als konstituierende Elemente des Bildes. Dieser unkonventionelle Prozess, den er als „Objektmalerei“ bezeichnet, erneuert den Pointillismus, indem er Fragmente digitaler Werkzeuge in echte materielle Pixel verwandelt. Durch diesen Ansatz hinterfragt der Künstler die Digitalisierung unseres kollektiven Gedächtnisses, die geplante Obsoleszenz und den wachsenden Platz der Technologien in unserem Leben.

Arbeitend an der Grenze zwischen bildender Kunst, Installation, zeitgenössischem Porträt und Skulptur entwickelt Olivier Lannaud ein Universum, in dem industrielle Materialien eine neue symbolische Dimension annehmen. Seine Werke setzen das klassische ikonografische Erbe und die alltäglichsten technologischen Objekte in Spannung und schaffen einen Dialog zwischen Tradition und Moderne, Spiritualität und Konsum, Erinnerung und Virtualisierung. Diese Reflexion über das zeitgenössische Bild ist in einer anspruchsvollen Praxis verankert, in der das Material ebenso Träger von Bedeutung wie Form wird.

Seit über zwanzig Jahren präsentiert Olivier Lannaud seine Arbeit bei zahlreichen persönlichen und kollektiven Ausstellungen in Frankreich und international. Zu den bemerkenswertesten gehören „Icônes matérialistes“ (Galerie Edgar, Paris, 2004), „Open Space“ (Galerie Edgar, Paris, 2006), „Inside Out“ (Galerie Edgar, Paris, 2007), „Homme-Objet“ (Galerie In My Room, Paris, 2011), „Objectivement Vôtre“ (Galerie Depardieu, Nizza, 2014) sowie seine Teilnahme an den Messen Lille Art Up!, AAF Brüssel, AAF Amsterdam, AAF London, AAF New York und St'art Straßburg. Seine Werke sind heute in vielen privaten Sammlungen vertreten und werden regelmäßig von mehreren europäischen Galerien gezeigt. Mit seiner einzigartigen plastischen Sprache etabliert sich Olivier Lannaud als eine originelle Figur der zeitgenössischen Kunst, in der Porträt, digitale Kunst, Recycling, Wandskulptur, zeitgenössische Malerei, kollektives Gedächtnis und Technologie in einer tiefgründigen Reflexion über unsere Zeit zusammenkommen.

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