Henri Chopin
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Henri Chopin

Frankreich • 1922 - 2008

Biografie

Als bildender Künstler, Klang- und Bilddichter, Verleger, Performer, Leiter und Förderer unabhängiger künstlerischer Initiativen war Henri Chopin eine wesentliche Referenz für mehrere Generationen von Künstlern.

Chopin steigert den physischen Wert des Klangs durch den performativen Einsatz des Körpers sowie Aufnahme- und Übertragungstechnologien. Sein Interesse an Poesie und die ersten Aufnahmen auf einem tragbaren Tonbandgerät reichen bis in die Mitte der 1950er Jahre zurück, wo bereits deutlich zu erkennen ist, dass er mehr Wert auf Klang als auf Texte legt. Zu dieser Zeit beginnt er damit zu experimentieren, gesprochene Sprache durch Sprache und Wörter durch Stimme zu ersetzen, um ein unendliches Kaleidoskop von Stimmklängen zu erreichen.

Beeinflusst von seinen persönlichen biografischen Erfahrungen, vor allem im Zusammenhang mit seiner Deportation nach Deutschland und der anschließenden Flucht nach Russland während des Zweiten Weltkriegs, entwickelt Chopin jedoch eine Poetik, die sich sowohl auf Bild- und Tonpoesie als auch auf politische Reflexionen zur Verteidigung der Freiheit stützt und Demokratie.

Mit den „Audiopoems“ experimentiert Chopin mit den Möglichkeiten der Klangpoesie durch die Manipulationen und Mischungen, die die Technologie ermöglicht, und behandelt auf dem Tonband das phonische Material, das bei Chopin Atem, Echo, Nachhall, Stimme und Geschwindigkeitsvariation ist. Die Ausführungsmethode Eines dieser Werke umfasst eine erste Aufnahme auf dem Tonbandgerät, bei der nur der Atem verwendet wird, das anschließende Anhören des Titels (10 bis 20 Mal) und schließlich eine zweite Gesangsaufnahme. Die anderen Deklinationen dieser Forschung sind die. „Dactylopoems“, eine Art maschinengeschriebene Partitur, eine poetische Schnittstelle, in der die visuelle Komponente mit phonetischen Texturen vermischt wird.

Angesichts der Audio- und Typylopeme wird der Betrachter von der Körperlichkeit des Klangs angeregt, der ebenso körperlich wird wie der textlich-visuelle Teil. Es handelt sich also um eine doppelte Aufforderung, eine sensorische und eine visuelle, der der Betrachter ausgesetzt ist, und selbst die „Nicht-Ton“-Werke sollten daher nicht als ein anderes Element oder als ein verbleibendes, dokumentarisches Element betrachtet werden, sondern vielmehr als eine Art Gravur auf einem anderen Träger als dem Band – dem Papier –, die es ermöglicht, die Töne mit dem Text und den Bildern zu verbinden und zu mischen.

Diese visuellen Tabellen sind Filter, durch die man akzeptablere Visionen der Welt und des Lebens erhält; eine anarchische Vision der Realität und einer äußerst persönlichen Geschichte, die eine Verbundenheit mit der Demokratie, gepaart mit einer tiefen Abneigung gegen Diktaturen im Namen der Freiheit, unterstützt.

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