Bronzeskulpturen
Zeit. Ein unerbittlicher Parameter, Zeuge der Evolution. Energie. Im Rhythmus ihrer Veränderungen. Geste. Definiert durch die im Augenblick empfundene Emotion.
Franck Noto, fest im Hier und Jetzt verwurzelt, schöpft Inspiration aus einem Tempo, das mal frenetisch und düster, mal sanft und leuchtend ist. Angetrieben von einer Bandbreite an Gefühlen, die er nicht benennen kann, lässt er Gesten und Farben für sich sprechen, wie flüchtige Interpreten. Er folgt den Rhythmen und Frequenzen, die seine Werke durchdringen, wie Noten, die eine Partitur durchdringen und eine Melodie mit vielfältigen Variationen erschaffen. Seine Emotionen bestimmen diese treibende Kraft, die ihn mal zu einem frenetischen Tempo, mal zu einem wohltuenden Gefühl des Friedens führt.
Die Zeit scheint stillzustehen, wenn er, in einem Moment der Kontemplation vor seiner Leinwand stehend, seine Gedanken verfeinert und seine Geste mit dem in Einklang bringt, was er in diesem Augenblick empfindet. Diesen Augenblick inszeniert er, indem er mit dem Unmerklichen spielt. Dieser Augenblick, der eine Linie, eine Farbe verändern oder hervorheben mag, wie er auch die Charakterzüge eines Menschen beeinflussen könnte, reicht nicht aus, um das Unversehrte auszulöschen. Wie die Emotion des Augenblicks, die eine Spur ihres Vergehens auf der sichtbaren Oberfläche des Werkes hinterlässt, deren unsichtbares Wesen aber von den Einflüssen der Zeit unberührt bleibt.
Unter der meisterhaften Hand des Künstlers entfaltet sich eine subtile Verschmelzung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, stets verbunden mit dem Milieu seiner Anfänge. Die Energie der Graffiti ist auf jeder Leinwand präsent, die er von Anfang bis Ende in einem flächendeckenden Stil bedeckt, der implizit andeutet, dass seine Geste weit über die Grenzen des Bildausschnitts hinausreicht. Diese offene und weite Ausdrucksweise ist als Interpretationsfreiheit gedacht und erlaubt dem Betrachter, sich eine Szene vorzustellen und die Grenzen bloßer Beobachtung zu überschreiten.
Die den Künstler täglich umgebenden emotionalen Stimmungen überlagern sich auf der Leinwand und nehmen die Form einer Anhäufung von Materialien und Farben an, die er als die Schichten seiner selbst begreift. In seinem Streben nach Ausgewogenheit tritt Franck Noto durch seine Werke in einen Dialog mit dem Anderen. Jede Geste, jede Linie, jede Farbe ist eine Antwort, eine Antwort auf eine unausgesprochene Frage, eine Übersetzung des Unsagbaren, die es der ursprünglichen Reinheit der Energie ermöglicht, sich in ihrer ursprünglichsten Form auszudrücken.
Franck Noto beim Malen zuzusehen bedeutet, einem Mann dabei zuzusehen, wie er seine Abwehrhaltung aufgibt und sich von einer unendlichen Anzahl von Gefühlen überwältigen und leiten lässt, die für seinen kreativen Prozess unerlässlich sind.
Letztendlich ist es eine Geschichte vom Vergehen und Auslöschen der Zeit, aber nicht vom endgültigen Löschen.
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