Bronzeskulpturen
I am what I am doing ...
Ely Magos: Sein und Streben
Von Martin Eich* (Die Zeit ; FAZ)
Das Gesamtwerk Ely Magos, aus dem nachfolgend seine Porträts hervorgehoben werden sollen, ist insgesamt durch ein sensibles Gespür für das Zusammenspiel von Licht und Schatten sowie eine illusionslose Beziehung zur Realität geprägt. Außer zahlreichen Einzelarbeiten bilden mehrere Zyklen, sowohl als Fortschreibung eines vorangestellten Themas („episches Malen“) wie auch als Variation eines geschlossenen Motivkreises, den Kern seines Werks. Damit begibt sich Ely Magos in die Nachfolge von Künstlern wie Marc Chagall (Arabische Nächte, Die toten Seelen) oder Edvard Munch (Künstler und Modell, Die Hochzeit des Bohemien), die gerade in Zyklen und Bilderserien die Mittel sahen, dem Betrachter eine Materie zu erschließen. Das zentrale Motiv im Œuvre Ely Magos ist die Illustration des Menschen in Phasen der Einsamkeit und Isolation. Dabei gilt sein Interesse mehr dem Individuum als gesellschaftspolitischen Fragestellungen, ohne diese allerdings völlig zu ignorieren. Die Gründe, die für die seelische Verfasstheit seiner Figuren heranzuziehen sind, bleiben dabei verborgen. Indes genügt sein Werk auch ästhetischen Ansprüchen: Seine Arbeiten wollen berühren, ohne sich aufzudrängen, und gefallen, ohne gefallsüchtig zu sein und damit in einen ebenso weltfremden wie sterilen Ästhetizismus abzugleiten. Ein Schwerpunkt ist die Darstellung von Frauen, die vom Maler in komtemplative Bezüge eingebettet werden. Stets haftet diesen Protagonistinnen eine Aura von Isolation, Empfindsamkeit, Einsamkeit und Melancholie an. Seine Arbeiten sind somit Fallstudien einer weiblichen Psyche, die, in die Einzelhaft der eigenen Körperlichkeit verbannt, sich nach Kontakt und Geborgenheit sehnt.
Dabei wohnt Ely Magos Frauengestalten gleichsam etwas Nachtwandlerisches wie etwas nachsichtig Bewusstes inne. Neben dem präzisen Einsatz von Licht und Schatten wird diese Wirkung noch verstärkt durch die bisweilen amorph anmutende Gestalt der dargestellten Frauen, die sich nachhaltig etwa von jener harten, fast plastischen Figürlichkeit unterscheidet, der sich Jan Vermeer bediente. Anders als der amerikanische Autor John Updike, der in seinen Prosawerken nur der Sexualität die Fähigkeit zuschreibt, die existenzielle Einsamkeit und Verzweiflung zu überwinden, billigt Ely der Erotik in seinen Bildern diesen Stellenwert nicht zu.
Darin wird lediglich die Möglichkeit einer, vielleicht auch nur temporär begrenzten, Annäherung dargestellt, die Auflösung des dargestellten Geschehens verbleibt für den Betrachter im Unbestimmten verhaftet. Wie Ely Magos die Beziehungen zwischen Mann und Frau sieht, hat bereits Hermann Hesse beschrieben: „Es bleibt zwischen Menschen, sie seien noch so eng verbunden, immer ein Abgrund offen, den nur die Liebe, und auch nur mit einem Notsteg, überbrücken kann.“
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