Ein Meister des akademischen Realismus in der Dritten Republik
Ein bemerkenswerter Werdegang
Antoine Calbet, geboren 1860, war ein französischer realistischer Maler, Grafiker, Illustrator, Lithograf und Dekorateur. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern des akademischen Realismus der Dritten Republik.
Seine makellose Technik verfeinerte er an der École des Beaux-Arts in Montpellier unter der Anleitung von Édouard-Antoine Marsal (1845–1929). Von dort aus gelang ihm der mühelose Zugang zur renommierten École Nationale des Beaux-Arts in Paris, wo er in der Werkstatt von Alexandre Cabanel (1823–1889) studierte.
Calbet betrat die Pariser Kunstszene zu einer Zeit, als die Dritte Republik ihre Legitimität durch große künstlerische Leistungen zu untermauern suchte. Von Präsident Armand Fallières, mit dem er eng befreundet war, anerkannt, gelang es Calbet, offizielle Aufträge mit privaten Wünschen in Einklang zu bringen.
Eine beispielhafte Karriere
Antoine Calbet stellte regelmäßig im Salon aus; sein erstes Gemälde wurde bereits im Alter von zwanzig Jahren angenommen. Er erhielt 1891, 1892 und 1893 Medaillen und stellte ab 1899 „hors concours“ (ohne Wettbewerb) aus.
Für die Weltausstellung 1900 schuf er ein Wandbild für den Pavillon der Kolonien und wurde dafür mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.
Calbet schuf zahlreiche prestigeträchtige Dekorationsarbeiten, darunter:
– Die Decke des Théâtre Ducourneau in Agen
– Wandmalereien in den Rathäusern von Pamiers, Agen und anderen Städten
Im Restaurant „Le Train Bleu“ am Pariser Bahnhof Gare de Lyon schuf er stimmungsvolle Darstellungen von Nizza, Évian, Nîmes und Grenoble.
Der Maler des Glücks
Antoine Calbets Kunst verkörpert den optimistischen Geist der Dritten Republik, ein Gefühl, das trotz der Schrecken des Ersten Weltkriegs fortbestand. Seine Werke zeichnen sich durch leichte, euphorische Motive, exquisite Frauendarstellungen und eindrucksvolle offizielle Porträts aus.
Er brillierte in der Malerei romantischer Szenen, idyllischer, an Watteau erinnernder Bilder und der Verherrlichung der Erhabenheit der Natur.
Ein künstlerisches Vermächtnis
Antoine Calbet starb 1942.
Seine Werke befinden sich in zahlreichen französischen öffentlichen Sammlungen, darunter:
– Musée d’Orsay und Petit Palais in Paris
– Musée des Beaux-Arts in Agen
– Musée des Augustins in Toulouse
Darüber hinaus sind seine Kunstwerke in Rathäusern und Theatern in ganz Frankreich sowie in den USA, insbesondere im Dallas Museum of Art, zu finden.