Gibergues wurde 1973 in Marseille geboren. 1991 trat er der Schönen Kunst bei, wo es seinen Lehrern gelang, ihn dazu zu bringen, jede Neigung zu einer künstlerischen Karriere als Maler oder Designer zu verwerfen. Zu dieser Zeit war Malerei für die Institution ein veraltetes Medium, das nicht mehr gelehrt oder praktiziert werden musste. Mit dem Diplom in der Hand war er Mitbegründer eines Unternehmens im Bereich Kommunikation und behält sich das Malen und Zeichnen in seinem privaten Bereich vor. In jedem Fall fühlt er sich nicht reif genug, um sich auszustellen und auszusetzen. Diese "Reifung" wird fast fünfzehn Jahre dauern. Es ist neugierig zu sehen, wie sehr früh im Leben eines Künstlers Umstände und Zufälle die Gestaltung seines Werkes und seines Themas beeinflussen können. Wie viele Kinder zeigte Gibergues schon in jungen Jahren eine große Anziehungskraft auf das Zeichnen. Was für ihn jedoch aufschlussreich sein wird, ist ein Bilderbuch, das ihm angeboten wird und das zum Thema "Das Kostüm" gehört. Dieses Buch ist so ein Schock, dass er sich heute daran erinnert, als das erste Buch, das er jemals gelesen hat. Von diesem Moment an wird er nur noch Kostüme entwerfen. Sein Motiv rutschte jedoch allmählich vom Kostüm zu den Models, die sie trugen, und landete schließlich im Porträt. Andere Einflüsse, die diesmal filmisch sind, werden seine Werke jedoch charakterisieren. Seine Untertanen haben Federico Fellini und seinen unverhältnismäßigen Charakteren, die die eigenen Fantasien des Regisseurs verkörpern, viel zu verdanken. Es gibt auch die vollbusigen Brüste und die vulgäre Sexualität aus den Russ Meyer Filmen. Der aufmerksame Beobachter wird aber auch Erinnerungen an einen anderen schwefelhaltigen Hollywood-Autor finden können: Eric Von Stroheim und seine Welt der Invaliden, sexuell besessenen, verdorbenen "Vampire". Die Arbeit von Gibergues ist daher subtiler, als ein oberflächlicher und zu voreiliger Blick vermuten lässt. Wenn die Outfits und Einstellungen der Dargestellten sehr übereinstimmen und die Kleidungsnutzungen und -haltungen der Ikonen, die als Vorbilder dienen, kopieren, liegt dies in der Lücke zwischen diesen idealisierten Modellen, die von den Medien ad infinitum vermittelt werden, und der Realität aller Das eigentliche Werk von Gibergues ist geboren: das Porträt einer Gesellschaft und ihre inhärente Vulgarität mehr als das derer, die es duplizieren.
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