Wols
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Wols

Deutschland • 1913 - 1951

Biografie

Wols, ursprünglich Alfred Otto Wolfgang Schulze, war ein deutscher multidisziplinärer Künstler, der die meisten seiner Werke in Frankreich schuf. Zunächst beschäftigte er sich mit Fotografie, doch während und nach dem Zweiten Weltkrieg wandte er sich der Malerei und Zeichnung zu. Obwohl seine Werke mit der Kunst des Informel, des Tachismus und anderen Bewegungen in Verbindung gebracht werden, entwickelte er seine eigene Bildsprache. Die gestische Technik seiner Aquarelle zeigt die Emotionen und Dramen, die die menschliche Existenz begleiten. Sein künstlerischer Werdegang hat sich von einem figurativen Stil zu einem sehr persönlichen abstrakten Stil entwickelt, der Flecken auf der Leinwand sowie Abreibungen und Abschaben von Farbe von Hand umfasst. Der Autor war ein Lyriker im klassischen Sinne des Wortes und gab der Subjektivität den Vorrang vor der Objektivität. Die Verwendung heller Farben spiegelte Wut, Leidenschaft, Angst und Isolation wider.

Der Künstler wurde 1913 in Berlin geboren, zog aber 1919 mit seiner Familie nach Dresden. 1924 erhielt Schulze eine Kamera. Dieser Moment war zusammen mit dem Tod seines Vaters im Jahr 1929 entscheidend für sein weiteres Leben. 1932 folgte er dem Rat von László Moholy-Nagy und zog nach Paris, wo er sich mit Max Ernst und Jacques Prévert anfreundete. Durch Zufall erhielt der Maler in den 1930er Jahren ein Telegramm, in dem sein Name fälschlicherweise durch Wols ersetzt wurde. An diesem Punkt beschließt er, diesen Künstlernamen zu verwenden, der ihm helfen wird, staatenlos zu werden. Der Fotograf hatte keine formale Ausbildung, schrieb sich jedoch an der Designschule Bauhaus ein, verließ diese jedoch nach wenigen Wochen. Er war kein primitiver Maler, sondern ein nachdenklicher Künstler, der zeitweise von der afrikanischen Kunst beeinflusst wurde. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Alfred als Deutscher für ein Jahr in einem Lager in Aix-en-Provence interniert. Während dieser Zeit versuchte er erfolglos, in die Vereinigten Staaten zu gelangen, und kehrte nach Kriegsende nach Paris zurück, wo er mit seiner Frau Gréty lebte.

Er war kein professioneller Künstler in dem Sinne, dass er sich für die kommerzielle Seite der Kunst interessierte, sondern eher für ihre Natur. Alfred glaubte, dass die Wahrheit in der kleinen und mikroskopischen Welt verborgen sei und nicht in der größeren Welt wie Politik, Regierungen und Geld. Als Pionier der lyrischen Abstraktion schuf er Bilder mithilfe von Schichten und kräftigen Pinselstrichen, lehnte die Geometrie ab und stellte eine Verbindung zur natürlichen Welt her. Er war fasziniert von der Natur. Interessanterweise wurde er als Rebell beschrieben, der seinen Stücken weder Namen noch Datum gab. Die meisten Titel wurden von anderen Personen vergeben, da der Künstler selbst keinen Wert darauf legte, seinen Werken einen Titel zu geben. Seine Werke erinnern an Arshile Gorky, Paul Klee, Jean Dubuffet und die abstrakten Expressionisten, stellen jedoch alle etwas völlig Neues dar. Sein Ansatz lässt sich am besten durch die Dichotomie beschreiben – vertraut und fremd, kontrolliert und entspannt. Schulzes Gemälde sind großflächig und detailliert und laden den Betrachter dazu ein, das Bild eingehender zu studieren. Im Jahr 1938 besuchte er eine Ausstellung zum Thema Surrealismus, die unter anderem Werke von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir zeigte. Dort lernte er eine Technik kennen, bei der man anhand eines Fragments der Realität den Sinn der Existenz verstehen kann.

Obwohl er Fotograf war, konzentrierte sich Wols in den 1940er Jahren auf Malerei, Zeichnung und Druckgrafik. Seine Werke „Der Musikant“ und „Der Zirkus“ malte er in Aquarell, während er 1946 die Ölmalerei entdeckte, die ihm zu einer flüssigeren und strukturierteren Malerei verhalf. Alfred ließ sich von der Arbeit der deutschen Künstler der Neuen Sachlichkeit Otto Dix und George Grosz inspirieren. Außerdem veröffentlichte er 1944 ein Buch mit dem Titel „Aphorismen“. 1945 präsentierte er seine erste Aquarellausstellung in der Galerie René Drouin. Erst nach seinem Tod durch eine Lebensmittelvergiftung im Jahr 1951 erlangte er großen Einfluss und seine Werke wurden in den 1950er und 1960er Jahren in mehreren Documenta-Ausstellungen in Kassel gezeigt.

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